IP/08/836
Brüssel, 3. June 2008
Die Europäische Kommission hat sich heute für eine verstärkte Nutzung der gebührenfreien, europäischen Notrufnummer 112 eingesetzt. Ab heute können sich die Bürger auf der neu eingerichteten Website ec.europa.eu/112 darüber informieren, wie 112 funktioniert und was der Anrufer erwarten darf, insbesondere auf Reisen innerhalb der EU. Außerdem findet man Angaben dazu, wie 112 in den einzelnen Mitgliedstaaten funktioniert, konkret: wie schnell und in welchen Sprachen Notrufe beantwortet werden.
„Die Millionen von EU-Bürgern, die in diesem Sommer verreisen, müssen sich jetzt nur noch eine einzige Notrufnummer merken, nämlich die 112“, so die für Telekommunikation zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding. „Nachdem 112 inzwischen in allen Ländern der EU – mit einer Ausnahme – verfügbar ist, fordere ich die Mitgliedstaaten nunmehr auf, 112 besser bekannt zu machen und damit eine wirksamere Notfallhilfe sicherzustellen. Alle EU-Bürger sollten wissen, dass sie die 112 wählen können, um die Notfalldienste zu verständigen. Insbesondere möchte ich diejenigen Mitgliedstaaten, die noch keine Anruferlokalisierung eingeführt haben, dringend bitten, dies so bald wie möglich zu tun, denn das Auffinden von Unfallopfern wird dadurch erheblich erleichtert.“
Im Februar dieses Jahres hatte die Kommission die nationalen Behörden aufgefordert, 112 in der Öffentlichkeit besser bekannt zu machen. Den Ergebnissen einer Umfrage zufolge wissen nämlich nur 22 % der EU-Bürger, dass sie in ganz Europa 112 anrufen können, um einen Notfall zu melden.
Heute hat die Kommission die
112-Website eingerichtet, um die Bürger rechtzeitig vor den Sommerferien über den Entwicklungsstand in den einzelnen Mitgliedstaaten aufzuklären. Auf der Website werden auf der Grundlage der von den Mitgliedstaaten gelieferten Informationen die Leistungen der nationalen Behörden bei der Umsetzung der EU-Vorschriften zur Notfallnummer 112 verglichen und Best Practices aufgezeigt:
- Schnelle Bearbeitung der Anrufe: Die Mitgliedstaaten berichten über die Reaktionszeit bei 112-Anrufen ab Herstellung der Verbindung. In der Tschechischen Republik, in Spanien und im Vereinigten Königreich werden mindestens 97 % der 112-Notrufe innerhalb von 20 Sekunden und in den Niederlanden und in Finnland mindestens 71 % innerhalb von 10 Sekunden beantwortet.
- Siebzehn Länder machten Angaben dazu, inwieweit eingehende 112-Notrufe in einer anderen EU-Sprache beantwortet werden können: In sechzehn Ländern sind die 112-Leitstellen in der Regel in der Lage, Anrufe in englischer Sprache entgegenzunehmen (Österreich, Bulgarien, Tschechische Republik, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Ungarn, Griechenland, Litauen, Malta, Niederlande, Slowenien, Spanien und Schweden). Sieben Länder gaben an, ihre Callcenter könnten auch Anrufe in der Sprache eines benachbarten Mitgliedstaats beantworten (Bulgarien, Deutschland, Estland, Spanien, Litauen, Ungarn und Slowenien). Einige Länder haben besondere Regelungen eingeführt, die den Notrufzentralen eine Beantwortung in weiteren Fremdsprachen ermöglichen, wie etwa die Weiterleitung an andere Callcenter, die über Mitarbeiter mit der erforderlichen Sprachkompetenz verfügen, (Tschechische Republik, Griechenland, Slowenien und Spanien) oder die Weiterleitung an Dolmetschdienste (Finnland, Frankreich, Niederlande, Spanien, Schweden und Vereinigtes Königreich).
- Sensibilisierung: Vier Länder strahlen Fernsehspots aus, um 112 besser bekannt zu machen (Zypern, Tschechische Republik, Lettland und Schweden). Finnland und Rumänien begehen jetzt jährlich am 11. Februar den Tag der 112 (IP/08/198). Als zweckdienlich erwiesen haben sich auch Schilder auf Autobahnen (Österreich und Ungarn), die Ausgabe von Merkblättern an Autobahnmautstellen (Spanien) oder SMS an Mobiltelefonnutzer, die Roamingdienste in Anspruch nehmen (Ungarn).
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Telekommunikation: EU-Bürger müssen besser über die einheitliche europäische Notrufnummer 112 informiert werden
Nur 22% der EU-Bürger wissen spontan, das 112 die in der gesamten EU gültige Rufnummer für Rettungsdienste ist. Bei einer unionsweiten Erhebung wurde festgestellt, dass die nationalen Behörden noch einiges tun müssen, um den Informationsstand der Bevölkerung zu verbessern. Deshalb ruft die Kommission die Mitgliedstaaten dazu auf, die Bekanntheit der Nummer 112 zu steigern. Seit Inkrafttreten des EU-Telekommunikationsregeln im Jahr 2003 haben 26 der 27 Mitgliedstaaten die Möglichkeit geschaffen, die Notrufnummer 112 von Festnetz- und Mobiltelefonen zu erreichen. Gegen Bulgarien ist noch ein Vertragsverletzungsverfahren anhängig, weil die 112 dort nicht verfügbar ist (siehe IP/07/1530). Der Bevölkerung besser zu vermitteln, dass die Notrufnummer 112 sowohl im Inland als auch bei Auslandsreisen gilt, ist nun der logisch nächste Schritt zu deren wirkungsvoller Einführung, denn nur informierte Bürger werden die Nummer im Notfall auch nutzen können. Entsprechend einem Aufruf des Europäischen Parlaments vom September 2007 nutzt die Kommission das heutige Datum (11.2.), um den Bekanntheitsgrad der 112 zu steigern.